Der Elefantengott bringt Glück
Unternehmerreise
Reisedatum: 13. bis 22. Januar 2007, die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt.
Route: Dubai, Kalkutta, Bombay, Pune, Hyderabad
Kosten: 3990 Euro
Informationen: Stefan Enders, Telefon 0 21 31 / 92 68-562, E-Mail: enders@neuss.ihk.de
Damit es richtig klappt mit dem Einstieg in den Markt Indien, gilt es allerdings neben sorgfältiger Vorbereitung auf kaufmännischer und technologischer Seite auch Kultur und Etikette im Auge zu behalten. Bei einer Geschäftseröffnung ist es zum Beispiel üblich, dem Gegenüber einen „Ganesha“ (Foto links) zu schenken, eine hinduistische Gottheit, die Glück bringen soll und von vielen Kaufleuten als Schutzherr betrachtet wird.
Und noch ein paar Tipps: Frauen gibt man in Indien nie von sich aus die Hand. Gesprächspartnern streckt man nie die Füße entgegen, da diese als unrein gelten. Wer eine private Einladung bekommt, sollte sie annehmen und der Gastgeberin stets eine Aufmerksamkeit in Form von Blumen, Süßigkeiten oder deutschen Souvenirs mitbringen - niemals jedoch Alkohol.
Als Gast kommt man grundsätzlich ein paar Minuten zu spät und betritt private Häuser nie mit Schuhen. Kleidung sollte bei Frauen nicht zu freizügig sein. Die Farbe weiß, die Trauer symbolisiert, sollte man meiden. Bei Gesprächen sollten Gäste nicht von sich aus die Themen Armut, Familie oder die Kolonialzeit ansprechen. Teilnehmer der Unternehmerreise von IHK und Kreis werden diese und andere Tipps vorab bei einem interkulturellen Training kennen lernen.
Nachholbedarf bei Infrastruktur: Deutsche Unternehmen haben in Indien Chancen.

Rhein-Kreis Neuss. Wer schlau ist, fährt nicht von April bis August nach Indien: „Drinnen klimatisierte 25 und draußen 45 Grad Celsius bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, da ist jeder Manager aus Europa froh, wenn er in Indien nicht unbedingt mit Krawatte unterwegs sein muss“, Wolfgang Beyers, Geschäftsführer der Helmut Beyers GmbH in Mönchengladbach, einem Dienstleister für die Industrie und Branchen wie Telekommunikation, Automobil, Medizin, Multimedia sowie Sicherheits- und Regelungstechnik, muss es wissen: Bereits 1994 knüpfte das Unternehmen erste Kontakte nach Indien.
Heute kooperieren die Mönchengladbacher mit einem Unternehmen im indischen Pune, der nach Bombay mit 4,5 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt im Bundesstaat Maharashtra.
Warum ausgerechnet dort? Pune liegt an dem einzigen rund 100 Kilometer langen Autobahnstück des Landes: „Damit sind Sie in drei Stunden vom Flughafen im Hotel“, sagt Beyers. Drei Stunden für 100 Kilometer? In Indien ist eben alles ein bisschen anders. „Auf der Autobahn herrscht Tempo 30 und die Lastwagen liefern sich mit 15 Kilometer pro Stunde Wettrennen, dazwischen kurvt das Taxi.“, Verkehr und Infrastruktur sind ein Problem - und eine Chance für deutsche Unternehmen.
Deren Know-how ist in Indien gefragt, ebenso wie Konsumgüter und Aufträge aller Art, vom Call-Center-Betrieb bis zur Stahlproduktion. Ein Vorteil aus der Sicht des Mönchengladbacher Unternehmers: „In Indien geht es nicht so hektisch zu wie in China. Die Menschen haben ein anderes Zeitgefühl.“ Ein Problem für moderne Produktionsabläufe sei dies nicht: „Wenn gearbeitet wird, dann richtig.“ In manchen Produktionsbereichen sei allerdings etwas Kontrolle angebracht: „Sonst wird da schon einmal eine Sechs-Millimeter-Schraube in ein Fünf-Millimeter-Gewinde gedreht, frei nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht.“
Mit definierten und kontrollierten Standards jedoch arbeiteten die Werke in Indien auf einem hohen Standard - nur zu einem anderen Preis: Die Montagearbeiten, die in Deutschland 30 bis 40 Euro kosteten, seien dort schon für zwei Euro zu haben.
Ein weiterer Vorteil für ausländische Unternehmen in Indien: Im Gegensatz zu China fehlt der Druck, mit jedem größeren Investment auch einen Technologietransfer zu verknüpfen. Der Schutz des geistigen Eigentums, von Patenten und Produktionsverfahren ist gewährleistet.
Redaktion: Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Redakteur: Frank Kirschstein
« Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Prinzessin statt Aschenputtel »
