Berufliche Bildung
im Rhein-Kreis Neuss
Internationale Schule am Rhein (ISR)

Die Internationale Schule am Rhein in Neuss nahm im Jahre 2003 in Neuss den Schulbetrieb auf. Gegründet wurde sie vom Rhein-Kreis Neuss, der Stadt Neuss, der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein sowie von international tätigen Unternehmen. Für das pädagogische Angebot ist das amerikanische Unternehmen SABIS verantwortlich. Im Schuljahr 2008/2009 betreibt SABIS 61 Schulen in 15 Ländern mit insgesamt 47.000 Schülern. Die ISR soll insbesondere Kindern von Mitarbeitern international tätiger Firmen eine weltweit anerkannte Schulausbildung ermöglichen und damit die Attraktivität des Rhein-Kreises Neuss als Wirtschaftsstandort stärken. Im Eröffnungsjahr startete die Schule mit 65 Schülern. Zum Ende des vergangenen Jahres waren ca. 500 Schüler aus 38 unterschiedlichen Ländern.
Wirtschaft pro Schule

Wirtschaft pro Schule ist eine Kooperationsgemeinschaft, die das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schüler über Berufe zu informieren, um auf diesem Wege den Entscheidungsprozess der Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Arbeits- und Berufsbiographie zu verbessern. Die Partner aus der Wirtschaft und den Schulen haben sich im Rahmen des Projekts „Wirtschaft pro Schule“ dazu verpflichtet, dass in den Schulen zu verabredeten Zeiten Experten aus den Betrieben in den Unterricht eingebunden werden. Die Unternehmer – teils begleitet von bereits „erfahrenen“ Auszubildenden – gehen in die Schulen und berichten den Jugendlichen vom Arbeitsalltag, von den Anforderungen und den Perspektiven, klären sie auf über Bewerbung und Vorstellungsgespräch und stellen sich den Fragen der Zuhörer. So lernen die beteiligten Schülerinnen und Schüler im Laufe eines Schulhalbjahres ca. 40 verschiedene Berufe kennen. In einem zweiten Schritt haben die Schülerinnen und Schüler dann im 9. Schuljahr die Gelegenheit am sog. „Erkundungstag“ einen der teilnehmenden Betriebe, dessen Vertreter sie im Unterricht ihrer Schule erlebt haben, vor Ort näher kennenzulernen. So können sie erleben, was künftige Azubis in der Arbeitswelt erwartet. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, ihr Schulpraktikum in den Partnerbetrieben durchzuführen. Im günstigsten Fall finden Firmenchef und Praktikant Gefallen aneinander und erwägen ein umfänglicheres Praktikum, das möglicherweise in ein Ausbildungsverhältnis einmündet.
Zum Ende des vergangen Jahres waren 36 Unternehmen und 17 Schulen an dem Projekt beteiligt. Insgesamt wurden 168 Doppelstunden in den Schulen von Unternehmen durchgeführt und 155 Praktika.
Gütesiegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule”
Das Projekt ist eingebunden in das Netzwerk „Berufswahl-SIEGEL“ (Bertelsmann-Stiftung). Ziel ist die Zertifizierung derjenigen Schulen, die, über das für alle Schulen der Sekundarstufe I verbindliche Grundprogramm der Berufsorientierung und –vorbereitung hinausgehend, besondere Maßnahmen und Konzepte im Bereich der Berufswahl durchführen. Träger in unserer Region ist der Rhein-Kreis Neuss. Partner sind alle relevanten Gruppen: Schulen, Unternehmen, Ministerium, Bezirksregierung, Schulamt, Kammern, Gewerkschaften, Verbände, etc. Nach umfangreicher Prüfung durch eine Jury, in der auch die Wirtschaftsförderung vertreten ist, erhalten Schulen, die in besonderer Weise nachprüfbare Kriterien im Bereich der Berufswahlvorbereitung erfüllen, das Gütesiegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule“ verliehen. Das jeweils für drei Jahre verliehene Siegel dient auch der Profilbildung der Schule und berechtigt diese, das Siegel in ihrem offiziellen Schriftverkehr zu führen. Der dadurch angeregte Qualitätswettbewerb von Schulen soll zur Verbesserung der Berufswahlvorbereitung führen und zur Nachahmung anregen. Erstmals konnte im Sommer 2007 an insgesamt 10 weiterführenden Schulen aus dem Rhein-Kreis Neuss das Berufswahl-Siegel verliehen werden, im Jahre 2008 an 6 und in diesem Jahr an 3 weiteren weiterführenden Schulen. Diese Schulen haben ihre Schülerinnen und Schüler auf vorbildliche Weise auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereitet.
zdi – Zukunft durch Inovation Nordrhein-Westfalen
Der Rhein-Kreis Neuss unterstützt gemeinsam mit seinen Partnern aus Schulen, Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen der Region die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW. Ziel ist die nachhaltig wirkende Förderung des naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses im Rhein-Kreis Neuss. Ausgehend vom regionalen Wirtschaftsprofil richtet der Rhein-Kreis Neuss seine Bildungsförderung auf die Bereiche Chemie und Technik aus.
Mit dem zdi-Zentrum Rhein-Kreis Neuss wollen die Partner im Gymnasialen Bereich das Interesse an den Naturwissenschaften – gesessen an der Zahl der Leistungskurse in den Fächern Chemie und Physik – steigern. Mit berufsorientierenden Vorbereitungskursen in den Haupt- und Realschulen wollen sie bei jungen Menschen die Freude an technischen Berufen wecken. Auch und besonders den jungen Frauen soll dieses Themenfeld eröffnet werden.
Die Schwerpunkte der Maßnahmen liegen auf praxisorientiertem und selbständigem Lernen. Lernorte außerhalb der Schulen, in Unternehmen und Hochschulen, schaffen dafür neue Lernsituationen, die auf den Übergang zu Studium und Beruf vorbereiten.
Die Basis für das zdi-Zentrum Rhein-Kreis Neuss bilden die Partner Pascal-Technikum Grevenbroich (PasTeG e. V.) das Projekt Wirtschaft pro Schule und das Schulamt für den Rhein-Kreis Neuss. Wesentliche Unterstützung leisten auch Schulen, Hochschulen, Unternehmen und die Bundesagentur für Arbeit Neuss, die Ressourcen einbringen. Dadurch sollen junge Menschen mit naturwissenschaftlichen und technischen Begabungen eine weitreichende Förderung erfahren, und ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sollen durch die schul- und ausbildungsbegleitenden Maßnahmen erhöht werden.

